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NAH DRAN hyper-extended: workworkworkworkwork

21.04.2018 - 22.04.2018, 20:30 h - 21:45 h, 8 - 13 €
ada - Studio & Bhne fr zeitgenssischen Tanz, Berlin


ada - Studio & Bhne fr zeitgenssischen Tanz

(Kuratiert von Lee Méir.)

Die Reihe NAH DRAN präsentiert in regelmäßiger Folge neue oder weiterentwickelte kurze Stücke junger Tänzer und Choreografen, wobei die Grenzen zu Körper-, Sprech- und Musiktheater sowie Performance offen sind. Sie bietet Tänzern und Choreografen eine Plattform, um ihre Stücke (möglicherweise erstmals) in einem abendfüllenden Rahmen dem Berliner Publikum zu zeigen.

NAH DRAN extended heißt, dass die Arbeiten unter einem speziellen kuratorischen Aspekt ausgewählt wurden.


Bereits 2017 übernahm Lee Méir (* Israel) die Verantwortung für zwei Folgen von „NAH DRAN extended” und kuratiert auch in diesem Jahr wieder die Ausgaben im April und Juni. Sie präsentierte schon während ihres HZT-Studiums bei „10 times 6” im ada Studio eine Studie zu ihrem später auch international sehr erfolgreichen Solo „Translation included”. Im April 2016 performte sie im Rahmen von „NAH DRAN extended”. Lee Méirs kuratorisches Prinzip besteht darin, dass sie aus den Bewerbungen auf eine offene Ausschreibung Themen-Cluster anhand der von den Künstler*innen eingereichten Vorschläge generiert und daraus einen Abend mit 3 (NAH DRAN extended) bzw. 4 Stücken (NAH DRAN hyper-extended) mit jeweils unterschiedlichem Bezug zum selben Thema gestaltet.


- Josephine Findeisen: SCHWEIßARBEIT
- Jan Lorys & Natalia Wilk: Quandary - product of progressive un-working
- Magdalena Meindl: Teeth and Claws
- Yotam Peled: Home.Alone

Schonungslos springend zwischen Wut und Hoffnung, schweren Waffen und Handarbeit, die Welt verändern und Beziehungen verändern, präsentiert diese Ausgabe von „NAH DRAN hyper-extended“ vier Werke, die Tanzarbeit in einer neoliberalen, postindustriellen und post-ideologischen kulturellen Landschaft erforschen.



Josephine Findeisen & Verena Sepp: Schweißarbeit

Mit „SCHWEIßARBEIT” führt Josephine Findeisen ihre choreografische Auseinandersetzung mit Klassismus im Feld des zeitgenössischen Tanzes fort. Im ersten Teil der Recherche - A WORK THAT DOESN’T WORK or WE MIGHT AS WELL BE ON CRYSTAL - verhandelte sie sozialen Aufstieg und die Reproduktion sozialer Ungleichheit innerhalb der Institutionen des Kunst- und Kulturbetriebs. „SCHWEIßARBEIT” wirft einen genaueren Blick auf Bewegungskonzepte und Formen von Arbeit im digitalen Kapitalismus und fragt, was der Begriff soziale Klasse heutzutage bedeutet bzw. bedeuten kann.



Jan Lorys & Natalia Wilk: Quandary - product of progressive un-working

Choreografie & Performance: Jan Lorys, Natalia Wilk, Musik: CC, Kostüme: made in China

Dilemma. Sorge. Nachdenklicher Tänzer. Mit unserer Arbeit teilen wir die Auswirkungen der pro-gressiven, arbeitslosen Praxis, folgen unseren Leidenschaften und Revolten ohne Wut. Wir performen einen hingebungsvollen Dienst für alle Freiberufler und Big-Economy-Mitarbeiter. Wir werden die Körper, die bereit sind, zu verwerten, und im Rahmen des Zirkus hinterfragen wir die Kategorien „Arbeit” und „Freizeit”. Immer nach dem Motto: Es ist egal, was du kreierst, wenn du keinen Spaß hast. Wir sind inspiriert von Stummfilmen (Brüder Lumière), weisen Büchern (Bojana Kunst, polnisches Wörterbuch), berühmten Künstlern (Le Roy) und youtube (Daniel Menedez, Pit, Niels Duinker, Super Dave und Amanda O'Malley, Ashley Galvin). Wir verändern die Welt nicht. Wir wollen sie ein wenig verstehen. Die ganze Sorge. Unsere Sorge.

Kreiert im Rahmen des Baletoffestival Residenzprogramms am Choreografischen Zentrum Krakow.


Magdalena Meindl: Teeth and Claws

Konzept & Choreografie: Magdalena Meindl
Tanz, Performance, Co-Choreografie: Carrie McILwain, Hanna Kritten Tangsoo, Mariana Nobre Vieira, Britta Wirthmüller

„Teeth and Claws” taucht ein in die Somatik eines zeitgenössischen Affektes – der Wut. Was auch immer die politische Überzeugung sein mag, Wut wird als aktivierende, transformierende, verteidigende oder zerstörende Kraft beschworen. Fünf Performerinnen bewegen sich mit großen, schweren Metallteilen und erforschen, wie sich diese Waffen – externalisierte Zähne und Klauen – auf ihre physischen und emotionalen Körper auswirken. Zerstörungslust und Selbstermächtigung werden fühlbar, wenn sie schwere und potenziell gefährliche Objekte in Händen halten. Dort, wo wir uns in die zerstörerische Lust fallen lassen könnten, entsteht die Frage nach Verantwortlichkeit: Was bedeutet es, eine Waffe zu tragen, zu etwas fähig zu sein, das schlagende Argument zu haben?


Yotam Peled: Home.Alone

Choreografie: Yotam Peled, Performance: Yotam Peled & Myriel Welling

„Ein Lied für weise Liebende
Wer wird weise lieben
...
Auf ihrem Bett, ohne ein Wort.
Mit einer Hand erlischt die Lampe. Zusammen schließen sie ihre Augen
Ein Lied für weise Liebende,
Wer hat ein Haus gebaut?
Und schloss die Tür ab.
Schließen Sie die Fensterläden fest
Draußen ist es kalt und windig, und wir warten auf eine Dusche.
Ein Gast wird nicht in einer solchen Nacht kommen.
Öffne nicht die Tür
Es ist spät, und nur Kälte weht in der Welt,
Und ein Dichter - aus Not, nicht aus Fülle - singt er
Bleibt in euren Armen.”

(„Ein Lied für weise Liebende” von Nathan Zach)

„Home.Alone” ist eine Geschichte von zwei Körpern, die zwischen Erinnerungen und unerforschten Fantasien springen. Sie durchlaufen eine fast mechanische Wiederholung von Ritualen, um zu versuchen, etwas zu fühlen, das verloren gegangen ist, um ihre Entscheidung füreinander zu bestätigen. Ihre Angst vor Einsamkeit bringt sie zusammen, ihre Angst vor Bindung bringt sie auseinander. „Home.Alone” ist das Spiegelbild einer Generation, die zwischen den Ideen der alten Romantik und der postmodernen nihilistischen Kultur verloren gegangen ist, geboren in eine Welt der Paare, Familien, eine Welt, die Einsamkeit fürchtet, wo jemand nur eins sein kann, wenn er ein anderes findet.

Die Produktion des Stücks "Home.Alone" wurde unterstützt von der Botschaft des Staates Israel.




>>> BIOS >>> siehe ganz unten


ada Studio & Bühne für zeitgenössischen Tanz in den Uferstudios
Studio 7, Uferstraße 23, 13357 Berlin
(U8 Pankstr., U9 Nauener Platz)
www.ada-studio.de, Stand: 05.01.2018
Tickets: slidingscale 8 - 13 €, Tel.: 21 800 507.
Das ada ist Partner der tanzcard. Die tanzcard bietet ca. 20% Ermäßigung auf den regulären Eintrittspreis.: www.tanzraumberlin.de

Künstlerische Leitung: Gabi Beier, Technische Leitung: Ansgar Tappert, Alexandra Hennig und Johanna Withelm begleiten das ada Studio in der Spielzeit 2017/18 als Studioschreiberinnen.
+++ Das ada wird im Rahmen der zweijährigen Spielstättenförderung der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa gefördert. +++



TERMIN_MODIFIKATION:
"NAH DRAN extended" war ursprünglich für den 9./10. Juni terminiert, findet nund aber am 23./ 24. Juni statt. Am 9./10. Juni präsentieren wir die 70. Ausgabe von "NAH DRAN - Stücke junger Tänzer und Choreografen"
http://www.ada-studio.de/pages/veranstaltungen.html




BIOS

Josephine Findeisen (geb. 1990 in Dresden) studierte an der Nationalen Artistenschule in Tunis und der Akademie Beeldende Kunsten in Maastricht. In ihrer künstlerischen Recherche bearbeitet sie Archivkörper und verhandelt Erinnerung sowie Erkenntnis als Materialien. Als Tänzerin und Performerin arbeitete sie u.a. mit Isabelle Schad („pieces & elements”), Zuzanna Ratajczyk („Afternoon”) und Alexandra Pirici („Aggregate”). Im November 2017 schloss sie ihr BA-Studium Tanz, Kontext, Choreografie am HZT Berlin ab.

Verena Sepp studierte Tanz und Choreographie am HZT Berlin und am Institut del Teatre Barcelona. Sie arbeitet als Tanzpädagogin und Projektleiterin mit Menschen unterschiedlicher Eigenschaften und Hintergründe. In Kollaborationen u.a. mit Tänzer ohne Grenzen e.V., dem Dachverband Tanz, dem Thikwa Theater, sowie als Dozentin am HZT Berlin beschäftigen sie Tanzvermittlung, das gemeinschaftliche Potential von Tanzsituationen und das Teilen von Autorenschaft. Als Co-Researcher und Performerin arbeitete sie mit Kareth Schaffer, Julia Rodríguez und Gali Kinkulkin.


Natalia Wilk ist eine polnische Tänzerin, Performerin und Rechercheurin. Ausbildung in Politikwissenschaft an der Schlesischen Universität in Katowice und in Tanztheater an der Staatlichen Schauspielschule von Solski in Krakow. Als Tänzerin arbeitete sie u.a. mit Isabelle Schad, Marysia Zimpel, Koen Augustijen, Idan Cohen, Cosmic Manolescu. Sie kreiert ihre eigenen Stücke und Videos und schreibt über Kunst, Tanz und soziales Bewusstsein. Sie recherchiert in den Bereichen Tanz, Wasserbewegung und Lebenserlebnisse, indem sie neue Länder durch Trampen, Wandern und Tauchen erforscht.

Jan Lorys absolvierte 2015 das Tanztheater Department in Bytom/Polen. Er arbeitet als freischaffender Tänzer u.a. mit Jozef Frucek (Videoprojekt), Rebecca Lazier (Improvisation - USA, Polen, Kanada), Radoslav Piowarci (MIMO Bratislava), Krakauer Tanztheater, Rozbark Company, Collective in Motion. Lorys arbeitet außerdem als Schauspieler für das STU Theater in Krakow.


Magdalena Meindl ist an Bewegungen und performativen Set-ups interessiert, die zwischen einem persönlichen, affektiven oder energetischen Körper und einer politischen Öffentlichkeit vermitteln können. Sie studierte Tanz und Choreographie am HZT Berlin, Bildhauerei an der Akademie der bildenden Künste Wien und Theater-, Film- und Medienwissenschaft sowie Romanistik an der Universität Wien.


Josephine Findeisen studierte an der Nationalen Zirkusschule in Tunis, an der Akademie für bildende Kunst und Design in Maastricht und 'Tanz, Kontext, Choreografie' am HZT Berlin. In Kollaboration mit der bildenden Künstlerin Sonja Hornung initiierte sie die Plattform 'choreography & resistance', um eine Workshopreihe zu entwickeln, in der verkörperte Arten politischen Widerstands untersucht werden.

Carrie McILwain interessiert sich für das Potenzial künstlerischer performativer Forschung, um andere Räume der Existenz parallel zu normativen Strukturen der Realität zu ermöglichen. Ihre Recherchen wurden am HZT Berlin im BA 'Tanz, Kontext, Choreografie' unterstützt.

Hanna Kritten Tangsoo studierte Tanz/Pädagogik an der Tartu Universität Viljandi Cultural Academy in Estland und Choreographie im BA 'Tanz, Kontext, Choreographie' am HZT Berlin. 2014 begann Hanna Kritten außerdem als Bühnentechnikerin für die UdK in den Uferstudios zu arbeiten. Seit 2017 arbeitet Hanna Kritten als Freelancerin.

Mariana Nobre Vieira ist ehemalige Ökonomin, die 2013 die performative Wende hin zum zeitgenössischen Tanz machte. Sie ist Gründungsmitglied des KünstlerInnenkollektivs The Rabbit Hole und genoss die Möglichkeit, am CEM (Centro em Movimento) und am PEPCC im Forum Dança (Lissabon) zu studieren. Momentan ist sie Teil des MA SODA Programms am HZT Berlin.

Britta Wirthmüller ist Choreografin und Tänzerin. Im Fokus ihrer Arbeit steht das, was normaler Weise unsichtbar bleibt: Z. B. Körper, denen es an Sichtbarkeit mangelt, Jean Weidts vergessene Tänze („Physical Encounters) oder die verborgenen historischen Schichten einer Stadt („The Silent Walk“). Sie ist seit 2015 Künstlerische Mitarbeiterin am HZT Berlin.


Yotam Peled (Choreograf/Performer) wurde 1988 in einem Kibbutz im Norden Israels geboren. Seit seiner Kindheit praktiziert er Bildende Kunst, Leichtathletik und Capoeira. Im Alter von 21 Jahren begann er zu tanzen, nachdem er seinen Dienst bei den israelischen Streitkräften beendet hatte. Später absolvierte er eine höhere Ausbildung in zeitgenössischem Zirkus, Theater und Tanz. Im Jahr 2015 zog er nach mehreren Projekten in Israel nach Berlin. Seitdem arbeitet er als freischaffender Künstler für verschiedene Choreografen und Ensembles, darunter Cooperativa Maura Morales (Düsseldorf), Compagnie Yann L'Hérux (Montpellier), Troels Primdahl (Aarhus/Berlin), Jill Crovisier (Luxemburg), Mitia Fedotenko (Montpellier). Parallel dazu kreiert er eigene Arbeiten, die er auf Festivals und Bühnen in Israel, Deutschland, Italien, Japan und Vietnam zeigt. Er war bereits 2017 im Rahmen von „10 times 6 - 10 Stücke, keines länger als 6 Minuten“ im ada Studio zu Gast.

Myriel Welling (Performerin) begeisterte sich schon in jungen Jahren leidenschaftlich für Bewegung und Tanz. In ihrer Kindheit trai¬nierte sie Ballett und Gymnastik und nahm an vielen Wettbewerben teil. Ihre Tanzausbildung absolvierte sie an der Tanz-aka¬demie balance1. Nach ihrem Studium arbeitete sie bei der Nicole Wiese Company in Berlin und begann ihre Zu¬sam¬menarbeit mit Vospertron in Würzburg und Berlin, mit Evangelos Poulinas und Christina Mertzani in Griechenland, sowie mit Marlene Foth in Berlin und Hamburg. Während dieser Zeit besuchte Myriel auch intensive Tanz-Retreats und Meisterkurse mit Sita Ostheimer, Josh Baker, Tom Weksler und James Finnemore. Als Mitbegründerin der bOa Company hat Myriel Welling die Stücke „Ich sind Wir”, „devolution” und „Osmosis” erarbeitet, die in renommierten Theatern und Festivals in ganz Europa präsentiert wurden, wie z.B. im HAU Berlin, beim Fusion Festival, Kaleidoskobolde Festival, Garbicz Festival und at.tension Festival.


Weitere Informationen:762
www.ada-studio.de

 

zur bersicht48


Josephine Findeisen: SCHWEIARBEIT / Josephine Findeisen


Josephine Findeisen: SCHWEIARBEIT / Aabshaar Wakhloo


Jan Lorys & Natalia Wilk: Quandary - product of progressive un-working / Katarzyna Machniewicz


Jan Lorys & Natalia Wilk: Quandary - product of progressive un-working / Katarzyna Machniewicz


Magdalena Meindl: TEETH AND CLAWS / Magdalena Meindl


Magdalena Meindl: TEETH AND CLAWS / Magdalena Meindl


Yotam Peled: Home.Alone / Kyle_Patrick