Impressum21    Sitemap28    Kontakt20    DEUTSCH_ENGLISH

NAH DRAN 68 - Stücke junger Tänzer & Choreografen

20.01.2018 - 21.01.2018, 20:30 h - 21:45 h, 8 - 13 €
ada - Studio & Bhne fr zeitgenssischen Tanz, Berlin


ada - Studio & Bhne fr zeitgenssischen Tanz

Spielzeit-2018-Auftakt

Die Reihe präsentiert in regelmäßiger Folge neue oder weiterentwickelte kurze Stücke junger Tänzer und Choreografen, wobei die Grenzen zu Körper-, Sprech- und Musiktheater sowie Performance offen sind. Sie bietet Tänzern und Choreografen eine Plattform, um ihre Stücke (möglicherweise erstmals) in einem abendfüllenden Rahmen dem Berliner Publikum zu zeigen. Seit der ersten NAH DRAN-Vorstellung im Februar 2007 haben sich bereits mehr als 250 Newcomer und Neuankömmlinge in Berlin im ada präsentiert. „Nah dran“ ist dabei Programm: in der direkten Nähe von Bühne und Zuschauerraum in der Studiobühne begegnen sich Tänzer und Zuschauer auf Augenhöhe.


Alicia Grant: Coming over an Environment

„Coming over an Environment” wirft Fragen über das Gefühl für einen Raum auf, der mit Menschen gefüllt ist. Ich möchte untersuchen, wie ich die Stimmung eines Raumes mit meinem Körper und einigen Hilfsmitteln beeinflussen kann. Ist es möglich? Wie ein Geruch, der die Umgebung erfüllt, kommt und geht und sich verwandelt und fortsetzt. Ich möchte den Raum, den Ort und die Zeit thematisieren, wo wir uns tatsächlich befinden, aber dann auch ein Phantasiebild entwerfen. Einen Ausflug machen. Eine Illusion kreieren. Was auch immer ein Wort dafür ist, einen Raum für das Nicht-Wissen zu schaffen.
Einige Amateur- und professionelle Fähigkeiten und Interessen, die verwendet werden sollen: extrazelluläre Matrix des Raums; Verführung; wie man anders sieht; wie man sieht, was da ist; große Beats/große Stille; setz dich einfach in die Dunkelheit und fühle; Hohlraum und Leere; nicht wissend/nicht sorgend; und schließlich der magnetische Griff des Wissens. Keine Trampoline.



Lyllie Rouvière: Air-conditioning
Choreografie: Lyllie Rouvière, Performance: Julek Kreutzer

Ausgebildet in Architektur und Tanz, erforscht Lyllie Rouvière das Konzept des Bewohnten, indem sie der Frage nachgeht, wie man Leben in verlassene Räume zurückbringt.
Klimatisierung ist ein Prozess, um Wärme zu kontrollieren, ein Tanz, der durch „mehr ist mehr ist mehr” kontaminiert ist, durch perverse Situationen zerrissen, komprimiert und durch den Raum erweitert. Aus dem Inneren eines besetzten Raums verbessert die Klimaanlage den Komfort oder das Unbehagen der Insassen.

„Wenn Architektur Gebäude trennt, bringt sie die Klimatisierung wieder zusammen. Klimaanlagen haben mutierte Organisations- und Koexistenzregimes diktiert, die die Architektur hinter sich lassen. Ein einziges Einkaufszentrum ist heute das Werk von Generationen von Raumplanern, Handwerkern und Organisatoren, wie im Mittelalter; Klimatisierung erhält unsere Kathedralen. Weil es Geld kostet und nicht mehr frei ist, wird der klimatisierte Raum unweigerlich zu einem bedingten Raum.” Auszug aus „Junkspace”, Rem Koolhaas, 2002.



Laura Witzleben: Don‘t smoke under water

Choreografie: Laura Witzleben
Tanz: Anna Fransen, Laura Witzleben

Zwei Frauen, die auf fragile und zugleich kraftvolle Art in einem körperlichen Equilibrium miteinander verbunden sind. „Don't smoke under water” zeigt viele Nuancen von menschlichen Beziehungen - deren Fragilität und Vertrauen, aber auch die unausweichliche Brutalität, die jede enge zwischenmenschliche Bindung mit sich bringt.
„Don't smoke under water” befasst sich mit dem Thema (Un-)Abhängigkeit: was es heißt, von jemandem, etwas, einem Gefühl, einem Leben abhängig zu sein und gleichzeitig der Versuch, sich von dieser Abhängigkeit zu lösen. Als ich begann, das Stück zu choreografieren, hatte ich als ersten Gedanken das Bild von Familienbindungen vor Augen. Familienmitglieder sind für die meisten Menschen die Personen, zu denen sie sich ihr Leben lang in einem Kreislauf von Abhängigkeit und Unabhängigkeit bewegen. Wir durchlaufen den Kreis vom Baby/Kleinkind und der absoluten Abhängigkeit in dieser Phase über die Zeit des Erwachsenwerdens, in der wir meist versuchen, uns ein Stück weit von unserer Familie zu distanzieren und herauszufinden, wer wir selbst sind. Bis zu der Phase hin, in der unsere Eltern alt werden und sich Schritt für Schritt und unausweichlich wieder selbst in die Abhängigkeit zurück begeben. In „Don't smoke under water” befinden sich zwei Körper in dem konstanten Wechsel von Vertrauen, Verletzlichkeit, Verletzung, Sehnsucht und Zurückweisung.




http://www.ada-studio.de/pages/veranstaltungen.html



>>> Bios siehe ganz unten



ada Studio & Bühne für zeitgenössischen Tanz
in den Uferstudios
Studio 7
Uferstraße 23
13357 Berlin
(U8 Pankstr., U9 Nauener Platz)

Tickets: slidingscale 8 - 13 Euro, Reservierung/ Tel.: 21 800 507, ada-berlin@gmx.de

+++ Das ada wird im Rahmen der zweijährigen Spielstättenförderung der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa gefördert. +++

Das ada ist Partner der tanzcard. Die tanzcard bietet ca. 20% Ermäßigung auf den regulären Eintrittspreis. Infos und Bestellung: www.tanzraumberlin.de

Alexandra Hennig und Johanna Withelm begleiten das ada Studio in der Spielzeit 2017/18 als Studioschreiberinnen.
http://ada-studio.de/pages/studioschreiber1718.html



BIOS

Alicia Grant ist Choreografin und Tänzerin aus Berlin. Sie erwarb ihren BFA in Tanz an der York University in Toronto, Kanada. Ihre Performance-, Video- und installativen Arbeiten wurden in Nordamerika und Europa auf Bühnen, in Schwimmbädern, verlassenen Fabriken und Galerien präsentiert. Sie ist Teil von WITCHTITS (mit Zinzi Buchanan) und arbeitet in verschiedenen Konstellationen mit anderen Künstler*innen in Toronto, Berlin und Zagreb zusammen. Als Tänzerin arbeitete sie mit Zoja Smutny, Isabelle Schad, Shannon Cooney, Irena Čurik und Andrea Spaziani zusammen. Sie vermittelt ihre Why-Am-I-alive Tanzpraxis im Studio 303 in Montréal, bei Love-In in Toronto, bei Ponderosa in Stolzenhagen und an der Tanzfabrik Berlin. Sie interessiert sich für Machtdynamiken, Transformationen, Angst und Intimität und entwickelt derzeit eine stimmungsvolle Handtuchpraxis in Wedding.


Lyllie Rouvière, Künstlerin mit Arbeitsmittelpunkt in Berlin, arbeitet als Choreografin und Tänzerin und schafft Formate, die von Performance bis Video reichen. Ihre künstlerische Praxis hinterfragt, wie man Räume zum Leben erweckt. Parallel zu ihrer eigenen Arbeit kollaboriert sie u.a. mit Eric Arnal-Burtschy, Julian Weber und Xenia Taniko Dwertmann und engagiert sich im „the 3rd year collective”. Sie tanzt u.a. für Anna Aristarkhova, Doris Uhlich, Julian Weber. Im Juli 2017 schloss sie ihr Studium am Hochschulübergreifenden Zentrum Tanz Berlin (BA Tanz, Kontext, Choreografie) ab. Davor hatte sie an der Hochschule für Architektur in Paris-La-Villette studiert (MA Architektur; Abschluss 2010). 2008 absolvierte sie ein Praktikum im Louvre Museum in der dortigen Szenografie-Abteilung und arbeitete im Architekturbüro von Brossy & Associés (2009-2011).

Julek Kreutzer ist Tänzerin und Choreografin und lebt in Berlin. Von 2011 bis 2015 studierte sie am Hochschulübergreifenden Zentrum Tanz Berlin den BA Tanz, Kontext, Choreografie. Sie ist Mitglied des Vereins Tänzer ohne Grenzen e.V. seit seiner Gründung. Zusammen mit ToG e.V. arbeitet sie in vielen Projekten mit Jugendlichen und Kindern, vor allem in Berlin und Eisenhüttenstadt. Als Tänzerin arbeitete sie unter anderem mit Fred Gehrig, Kareth Schaffer, Lina Gómez, Anna Till, Bella Hager und Ania Nowak. Seit 2012 arbeitet Julek an eigenen Stucken, allein und in Kollaboration mit Fred Gehrig, Diethild Meier und Jofe D'mahl. In ihren eigenen Arbeit versucht Julek das Performen zu verstehen und Sprache, Text und Bewegung zu vermengen. Sie ist Ko-Initiatorin des „Artist's Pledge“. Im September 2017 tanzte sie im ada Studio in Lina Gómez Stück „Restraint”, das zu den Tanztagen 2018 in die Sophiensaele eingeladen wurde. Für ihr neuestes eigenes Projekt erhielt sie unlängst die Einstiegsförderung 2018 der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa.


Mein Name ist Laura Witzleben, ich bin 32 Jahre alt und in Berlin geboren. Nach meinem Studium in Holland 2004-2008 und darauf folgenden neun Jahren im Aus- und Inland, in die mich Engagements geführt haben, wohne ich seit der Spielzeit 2016/2017 wieder in Berlin und arbeite von hier aus freischaffend als Tänzerin und Choreografin. Arbeitsverträge in den letzten Jahren haben mich u.a. an das Ballet Rom, das Staatstheater Darmstadt, die Nationalcompagnie Litauen, Station Zuid in Tilburg und das PantaRei Ensemble in Oslo geführt. Während der letzten Jahre meiner Tätigkeit als Tänzerin an Ensembles habe ich bereits damit begonnen, mich mit Choreografie sowie Sprechtheater zu befassen. Kreationen von mir wurden eingeladen an die Oper Belgrad, die Oper Gdansk, zum Solo/Duo Wettbewerb in Köln in den Jahren 2014 und 2017, die Lokremise in St. Gallen und das Theater Moller Haus in Darmstadt. Mein Duett „Don't smoke under water” hat im Mai 2017 den ersten Preis für die beste choreografische Arbeit beim Solo/Duo Wettbewerb Köln gewonnen und wird 2018 in Norwegen und Budapest gezeigt werden.
Trailer: https://vimeo.com/117533295



Weitere Informationen:762
www.ada-studio.de

 

zur bersicht48


Alicia Grant: Coming over an Environment / Alicia Grant


Lyllie Rouvire: Air-conditioning / Lyllie Rouvire


Lyllie Rouvire: Air-conditioning / Lyllie Rouvire


Laura Witzleben: Don't smoke under water / Paul Sixta


Laura Witzleben: Don't smoke under water / Paul Sixta