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The Maidenhair Tree & The Silver Apricot

von Samir Akika / Unusual Symptoms

Sonntag, 23.04.2017, 18:30 h
Kleines Haus, Bremen

mit: Laura Brtlein
Marie-Laure Fiaux
Gabrio Gabrielli
Johann Geidies
Pilgyun Jeong
Raymond Liew
Alexandra Llorens
Nora Ronge
Antonio Stella
Szu-Wei Wu
Choreographie Samir Akika
Austattung Nanako Oizumi
Musik jayrope
Simon Camatta
Stefan Kirchhoff
Licht Frdric Dautier
Dramaturgie Gregor Runge

Nachdem er sich in seinen beiden vorangegangenen Arbeiten Die Zeit der Kirschen und Einer flog ber das Kuckucksnest mit konkreten erzhlerischen Vorlagen beschftigt hat, verschiebt Samir Akika mit The Maidenhair Tree & The Silver Apricot seinen Fokus in Richtung eines puristischen Tanzabends. Gemeinsam mit seiner Kompanie Unusual Symptoms, erweitert um fnf GasttnzerInnen und drei Musiker, berrascht der Hauschoreograf des Theater Bremen sich und das Publikum in seiner vierten Spielzeit mit einer neuen Seite seiner knstlerischen Arbeit. Der Titel bezieht sich auf die englischsprachige Bezeichnung fr den Ginkgo-Baum, der in der asiatischen Alltagsmythologie als Spender von Lebenskraft und Wohnort von Geistern gilt und im Laufe seines teilweise mehrere tausend Jahre alten Lebens zunehmend in die Breite wchst. Dies macht ihn zu einem poetischen Symbol fr ein Tanztheater-Stck, in dem sich Samir Akika mit einem Thema beschftigt hat, das ihn immer wieder umtreibt: den Hierarchien, Verwicklungen und der Unentrinnbarkeit familirer Bande. Aus der konkreten Beschftigung heraus entwerfen Akika und sein Ensemble Szenen, die wie Zerrbilder einer Abendgesellschaft wirken, wie ein surreales Gesellschaftsspiel, das individuelle und soziale Konflikte in Bewegung bersetzt.

Be all what you can be. Stay young at heart. I try to be courageous, spontaneous & generous. I am faithful to the artists and others that support me. My working tools are my guts and my intuition. I hope that my limits are my imagination and the time I want to share with my family. What I feel is what counts to me. Every new project is an emotional and physical "voyage". Emotions and surprises is what I look for. I am exploring. Mostly Love. Is it because the divorce of my parents has been a traumatic experience to me? As John Cassavetes said: 'I have a one-track mind. That's all that I am interested in Love. And the lack of it when it stops.' (Samir Akika)

Dauer: ca 1 Stunde 30 Minuten, keine Pause

Kritik761
Mag gut sein, dass sich das Theater Bremen bei dieser Produktion an berbuchungen zu gewhnen hat. Denn Samir Akikas anderthalbstndige Choreografie The Maidenhair Tree & The Silver Apricot ist ein triumphaler Tanztheaterabend.
Hendrik Werner, Weser Kurier, 26.03.2016

Es geht, gem einem aktuellen Schwerpunkt des Theaters Bremen, um Familienbande. Daher ist der Tanz um die besagten Stammbume, den die agilen Akteure stand- und bewegungsbildmchtig sowie in schier unendlichen Variationen vollfhren, konsequent im Rahmen einer Familienfeier angesiedelt. [] Am kunstvoll verschlungenen Ringelreihen der Rollen und Identitten, die diese dynamische, mit einem satten Soundtrack unterlegte Familienaufstellung auszeichnet, wirken Sndenbcke ebenso mit wie Opferlmmer, Leugner ebenso wie Verrter.
Hendrik Werner, Weser Kurier, 26.03.2016

Das Sippengemlde lebt vom punktgenauen Zusammenspiel der Akteure ebenso wie von deren oft betrenden Soli, die vereinzelt sogar Szenenapplaus ernten. [...] Dass die Inszenierung so intensiv wirkt wie kaum eine reale Party, liegt nicht zuletzt an dem Klangteppich, den jayrope, Simon Camatta und Stefan Kirchhoff den Szenen unterlegen. Mal ist er mimetisch auf bockige Einzelaktionen zugeschnitten, dann wieder rockig auf Ensemble-Eskapaden.
Hendrik Werner, Weser Kurier, 26.03.2016

Zwei Szenen sind mir unter die Haut gegangen: In der einen Szene tanzen alle in einer Formation dieselben schnellen, rhythmischen Tanzschritte, wie man sie aus dem Stepptanz kennt. Das war Tanz in hchster Vollendung und Harmonie und sah wunderschn aus. Ganz anders die zweite Szene, die ich hier beschreiben mchte: der extrem aggressive und energiegeladene Auftritt einer Frau, atemberaubend getanzt von Marie-Laure Fiaux: Sie drngt die anderen von ihren Sthlen, sie beit und kratzt, sie reit sich sogar ihr Kleid und ihren BH vom Leib. Die anderen Akteure schauen ihr mit entsetzten Blicken zu, tun aber nichts. Sie ist die Auenseiterin, das enfant terrible das war so heftig, dass mir fast der Atem stockte.
Margit Ekholt, Radio Bremen, 26.03.2016

Sowohl die Ensemblemitglieder als auch die Gste zeichnen sich durch hchste Beweglichkeit und Vielseitigkeit aus: Da sind Hiphop- und Streetdance-Elemente zu sehen, artistische Sprnge und Drehungen, die Bewegungen sind mal kraftvoll, dann wieder zart und anmutig. Jeder Mitwirkende hat Solopartien, die durch die Bank sehr beeindruckend sind.
Margit Ekholt, Radio Bremen, 26.03.2016

Die technische Przision des Abends ist durchaus beeindruckend. In verschiedensten Kombinationen spielen die Tnzer Distanzierung und Annherung durch, oft in Sekundenschnelle.
Rolf Stein, Kreiszeitung, 26./27.03.2016

The Maidenhair Tree & The Silver Apricot entfaltet sich eher in Bildern, die oft so detailliert ausgearbeitet sind, dass sie sich im Zweifel auf einen Blick nicht vollstndig erfassen lassen.
Rolf Stein, Kreiszeitung, 26./27.03.2016

Die drei Musiker begleiten diesen Abend so sensibel wie przise, knnen sich geradezu stufenlos von sanftem Schaben in kraftvollen Post-Rock steigern und zwischendurch einen Walzer ebenso einlegen wie Swing.
Rolf Stein, Kreiszeitung, 26./27.03.2016

Gemeinsam mit seinem Ensemble übersetzte Akika fiktionale und reale familire Strukturen in Bewegungsgeschichten. Kontrastreich und dynamisch zeigen sie innere wie uere Konflikte, die in dieser Lebensform aufeinander treffen.
Martina Burandt, tanznetz.de, 29.03.2016

Akika/Unusual Symptoms setzen für diese Choreografie unglaublich viel Energie ein. Für Gefühle wie Wut, Abneigung, Konkurrenz, Gruppenzwang, Liebe, Verbundenheit, Hass, Angeberei, Verzweiflung, Einsamkeit, Konformismus oder Ausgrenzung finden sie immer wieder neue Bilder. Nie übernimmt hierbei eine Person aus dem Familienzusammenhang nur eine Rolle, sondern jeder kann hier alles sein und immer wieder ndern sich die Verhltnisse und Beziehungen und alles bleibt unbestimmt, assoziativ und immer authentisch.
Martina Burandt, tanznetz.de, 29.03.2016

The Maidenhair Tree & The Silver Apricot ist ein anregender und spannend-kurzweiliger Tanztheater-Abend.
Martina Burandt, tanznetz.de, 29.03.2016



 

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